Ortsgemeinde

Verbandsgemeinde Rüdesheim, Kreis Bad Kreuznach
ca. 300 Einwohner, 146 ha, davon 22 ha Wald, PLZ 55595

Das an der Südseite des Hunsrücks, unmittelbar an den Soonwald angrenzende Dorf Münchwald liegt in freier Lage auf einer Hochebene, etwa 400 m über NN.

 

Im Jahr 2000 konnte die Wohngemeinde ihren 300. Geburtstag feiern. Damit ist es eines der jüngsten Dörfer im Kreis Bad Kreuznach, doch reichen Siedlungsspuren und schriftliche Überlieferungen weiter zurück.


Um 1200 richtete das Kloster Eberbach im Rheingau in dieser Gegend einen Klosterhof, genannt Dadenborn, ein, der aber im 15. Jahrhundert wieder verlassen wurde.

 

Auf diese 1. Siedlungsperiode bezieht sich auch das Ortswappen von Münchwald, das einen Mönch mit einer Rodehacke zeigt. In den Jahren 1700 und 1701 gab es in Münchwald nur 6 Familien.

 

Im Jahr 1700 erlaubte die Reichsherrschaft Dalberg dem Schmied Mathes Hauprich von Spabrücken und dem Jost Klein aus Lingerhahn auf dem Münchwald 2 Hofgüter anzulegen. Sie durften im sogenannten "Wald" 60 Morgen, die ihnen vom Jäger und vom Schultheißen von Spabrücken und durch den Feldmesser ausgemessen wurden, roden und zu Äckern machen. Außerdem sollten sie die Phuhlwiese, die Molkenborner Wiese und die Hofackerwiese zu ordentlichen Wiesen machen. Zum Bau der Häuser, Höfe, Scheuern und Ställen wurden ihnen Plätze auf dem Rech angewiesen.

Die Gebäude sollten »ordentlich und in einer geraden Linie« angelegt werden, was heute in der Dorfstraße noch zu erkennen ist. 1789 bot Friedrich Franz Karl, Kämmerer von Worms, Freiherr von und zu Dalberg, Kurfürstlich Mainzischer Geheimer Rat, in seiner Eigenschaft als Administrator für seinen Vetter Karl Alexander, dem der Münchwald samt Höfen und dazugehörigen Leuten zusteht, dem Haus Baden Münchwald zum Kauf an. Ein Grund, für den Verkauf war vermutlich das beiderseitige Interesse, die immer wieder auftretenden Streitigkeiten über die Rechte in Münchwald zu beenden.

Am 30.10.1789 wurde der Kaufvertrag zwischen Friedrich Franz Karl, Kämmerer von Worms, Freiherr von und zu Dalberg und Markgraf Karl Friedrich von Baden über den Verkauf des Münchwald zum Preis von 16.000 Gulden abgeschlossen. Die Markgrafschaft Baden war nicht lange im Besitz von Münchwald, denn schon in den 1790er Jahren wurde das linke Rheinufer durch Revolutionstruppen besetzt und dem französischen Staat eingegliedert. Während der französischen Verwaltung der Region, vermutlich ab 1804/5, gehörte Münchwald zur Gemeinde Spall, zumindest wurden die Verwaltungsausgaben von Münchwald von der Gemeinde Spall mitgetragen.

 

Am 14. August 1757 starb auf dem zu Münchwald gehörenden Forsthaus Struthhof Johann Adam Melsheimer. Er wurde auf Grund seiner Herkunft von der Bevölkerung  als "Der Jäger aus Kurpfalz" bezeichnet. Eine Gedenktafel am Forsthaus erinnert an ihn.

 

Frühere Generationen lebten überwiegend von der Landwirtschaft.  Seit den 1950er Jahren hat sich das Dorf sehr verändert. Zunehmend siedelten sich zu dem schon länger ausgeübtem Töpferhandwerk andere Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe an.

 

Schon vor dem 2.Weltkrieg hatte der Fremdenverkehr eine Bedeutung. Erholsame, schöne Wanderwege rund um das Dorf und im nahen Soonwald laden die Erholungssuchenden zum Verweilen ein.

 

Der Schutzpatron der Kapelle von Münchwald ist der hl. Konrad von Parzham. Die Kapelle wurde in Eigenleistung erbaut und am 29. August 1954 eingeweiht.